|
|||
| Ihr DepotzugangFinanzmärkteNews-ServiceKontaktSuche nach StichwortenInhalt (Sitemap) |
|
Wer sich Gold in den letzten 10 Jahren anschaut, könnte den Eindruck gewinnen. Für einen heimischen Investor wurden vom 01.11.2000 bis zum 31.10.2010 aus 10.000 Euro immerhin 31.038 Euro, während Aktienanleger ein verlorenes Jahrzehnt erlebten. Das ist ein Plus von 210 Prozent oder sage und schreibe 11,99 Prozent p. a.!
Eine sichere Anlage mit 12 Prozent Rendite jährlich? Darf man manche Märchen also doch glauben?
Es gibt eine Anlage, die ähnlich toll gelaufen ist. Aus 10.000 Euro machte sie binnen 10 Jahren 37.517 Euro, ein Plus von 275 Prozent oder 14,1 Prozent jährlich. Allerdings war das bereits vom 01.11.1989 bis zum 31.10.1999, und das Wundermittel hieß Deutscher Aktienindex (DAX). Wer also 1999 nur auf die letzten Jahre blickte, musste den DAX genauso faszinierend finden wie derjenige, der heute Gold betrachtet und dabei nur die letzten Jahre zur Kenntnis nimmt.
Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass eine Rendite von 14,1 Prozent jährlich auch bedeutet, dass es andere Zeiten geben wird. Sehr andere Zeiten. Gibt es bei Gold dafür Indizien? Die gibt es allerdings.
Leider reichen die mir verfügbaren Daten nur bis 1968 zurück, doch wer von dort aus dem Zeitstrahl folgt, erkennt ein verwandtes Muster. Gold hatte schon einmal einen vergleichbaren „Lauf“: vom 01.11.1968 bis zum 31.10.1980 stieg des Edelmetall (für einen deutschen Anleger in D-Mark) um berauschende 708 Prozent oder 19 Prozent per annum!
Zur Wahrheit gehört jedoch auch ein Zeitabschnitt, der dann folgte. Vom 01.11.1980 bis zum 31.10.1998 – 18 (in Worten: achtzehn!) Jahre lang – fiel Gold. Und es fiel tief: Aus umgerechnet 10.000 Euro wurden 3.837 Euro. Ohne Inflation zu berücksichtigen. Das sind 62 Prozent Verlust.
Ich will gar nicht in den Exkurs einsteigen, ob und wie man dieses Verhalten erklärt und warum aus Sicht der Goldverkäufer jetzt natürlich alles ganz anders ist und eine andere Zeitrechnung herrscht – denn auch die Erklärungsmodelle beim Neuen Markt lauteten hinterher ganz anders als vorher. So verhalten die Erklärungsmuster sich immer, in jedem Rausch und nach jeder Krise. Doch eine neue Zeitrechnung gab es noch nie, und die Zukunft bleibt ungewiss und nicht berechenbar, wie Erfahrung und wissenschaftliche Arbeiten immer wieder zeigen.
Wichtig festzuhalten ist nur eines: Wer heute in Gold investiert, weil er Sicherheit sucht, sollte wissen, dass dieses Anlageobjekt (mal mit positivem, mal mit negativem Wechselkurseffekt) nun einmal auch so etwas kann. In 18 Jahren durchgehender Verluste mal eben 62 Prozent des Vermögens zu vaporisieren.
Das ganze Bild
Verhält sich Gold am Ende gar nicht so anders, als Aktienmärkte es tun, nur zu anderen Zeiten? Betrachten wir doch einmal den gesamten Zeitrum und vergleichen Gold mit dem US-Aktienleitindex Dow Jones Industrial. Beide notieren originär in US-Dollar, der Währungseffekt ist also identisch. Man sieht deutlich, dass beide Kurven es nicht an Dynamik in beide Richtungen mangeln lassen – eine langweilige Anlage sieht anders aus. Und offenbar ist Gold ein Gegenspieler zu den Aktienmärkten.
„Aber am Ende ist Gold besser gelaufen“, mag nun die rasche Antwort lauten. Das stimmt nur bedingt. Denn was immer die beiden aus unterscheidet, in einem Punkt sind sich Gold und Dow Jones Industrial gleich: Sie enthalten keine Verzinsung.
Gold ist ein Edelmetall und hat einen Preis. Es liefert weder Zinsen noch Dividenden. Aktien hingegen schütten Gewinnanteile aus, Dividenden. Diese sind quasi die Verzinsung des Aktienanlegers, die zum Kurs hinzukommt. Nur werden diese Dividenden im amerikanischen Leitindex nicht berücksichtigt (anders als z. B. im deutschen DAX).
Wie hätte sich also eine Aktienauswahl verhalten, die ein Investor getroffen hätte, wenn man die Dividenden hinzurechnet – und sogar noch die Kosten für eine laufende Vermögensverwaltung abzieht? Aktienfonds sind Vermögensverwaltungen in Wertpapiergestalt. Sie treffen eine Aktienauswahl für Ihre Anleger, rechnen die erhaltenen Dividenden dem Fondsvermögen hinzu und erhalten dafür eine Management- und Verwaltungsvergütung. Also vergleichen wir doch zwei altgestandene Investmentfonds (einen US-amerikanischen und einen deutschen) mit dem edlen Metall.
Ergebnis: Gold machte für einen D-Mark-/Euro-Anleger über Höhen und Tiefen in 42 Jahren am Ende aus 10.000 Euro stolze 122.482 Euro, ein Zuwachs von 1.124 Prozent oder 6,1 Prozent jährlich. Der deutsche Aktienfonds DWS Investa, der die am DAX orientiert, bescherte insgesamt 252.514 Euro oder 7,99 Prozent jährlich. Sein US-Konkurrent (mit weltweiter Ausrichtung), der Templeton Growth Fund erzielte schließlich 602.203 Euro und damit 10,2 Prozent per annum. Das überrascht vielleicht auf den ersten Blick, ist aber durchaus logisch. Denn Gold ist, wie gesagt, ein „toter“ Rohstoff, ein Anlageobjekt ohne Verzinsung, während Aktienfonds in „lebendige“, aktiv tätige Wirtschaftsunternehmen investiert, deren Wachstum und Gewinne für ihre Anleger langfristig eine zusätzliche Risikoprämie bedeuten müssen.
Weit interessanter ist daher eine andere Frage:
Hierfür gibt es eine sehr aufschlussreiche Analysegrafik in der Portfolioanalyse. Man vergleicht die durchschnittliche Rendite eines Investments (oder Depots) mit seiner durchschnittlichen Volatilität, einer Größe für Wertschwankung und damit Risiko. Je höher die durchschnittliche Rendite, umso weiter oben erscheint der Punkt, je mehr Risiko, umso weiter rechts. Die Grafik beantwortet damit sehr schnell die Frage, mit wieviel Risiko ein Anleger die durchschnittliche Rendite des einzelnen Investments „bezahlen“ musste. Kurz gesagt also: je weiter oben links eine Anlage steht, umso besser – je weiter unten rechts, umso nachteiliger.
Und hier nun zeigt sich der eigentliche Haken an der Behauptung, Gold sei eine lukrative und sichere Anlage: Es gibt zumindest in den letzten 42 Jahren keinerlei Beweis dafür. (Und bezogen auf den persönlichen Anlagehorizont eines Menschen sind 42 Jahre eine ernst zu nehmende Zeitspanne.) Im Gegenteil: Gold brachte für einen deutschen Investor zwar weniger Ertrag als ein Aktienfonds – das mag man evtl. mit steuerlichen Argumenten noch ein wenig abschwächen –, hatte aber dennoch das Risikoprofil einer Aktienanlage. (In Zahlen übrigens liegt die durchschnittliche Volatilität von Gold in dem Zeitraum bei 18,34 Prozent, für den DWS Investa bei 18,59 Prozent und für den Templeton Growth bei 17,11 Prozent.)
Zwischenfazit
Gold ist alles andere als eine sichere Anlage. Oder: Wer Gold als sicher und lukrativ bezeichnet, muss dies folgerichtig erst recht mit Aktien und Aktienfonds tun. Das steht so aber seltsamerweise in keiner Zeitung und wird von keinem Goldverkäufer erwähnt. Gold ist also im Gegensatz zu mancher Schlagzeile kein Ersatz für ein strukturiertes Vermögensportfolio, sondern kann und sollte nur ein Teil davon sein. Es verhält sich im Zweifel wie jedes anderes Marktinstrument, nur sind seine Zyklen andere als beispielsweise die von Aktien.
Schützt Gold vor Inflation?
Nun gut, Gold ist also nicht so sicher, wie die Verkäufertruppen und Newsletter erzählen. Aber wenigstens schützt es doch vor Inflation, oder nicht?
Auch dies ist eher Legende als messbare Wahrheit. Eine Studie des Investmenthauses Vontobel (die Financial Times Deutschland berichtete am 18.10.2010) kommt zu dem Ergebnis: „Gold hat eher den Charakter einer Krisenwährung, bietet aber per se keinen Inflationsschutz” (Walter Metzler, Vontobel). In allen sechs Phasen des 20. Jahrhunderts, in denen die Inflation mehr als fünf Prozent betrug, sicherten Aktien das Vermögen am besten ab. Dahinter folgten Rohstoffe und Immobilien. Mit Gold hingegen verloren Anleger 3,2 Prozent pro Jahr, mit Staatsanleihen sogar mehr als vier Prozent; so die Resultate der Studie.
Auch eine Analyse im Marktbericht September 2010 des äußerst erfolgreichen Schweizer Investmentteams Ethna Capital Partners kann nach einer Untersuchung dieser Frage nur feststellen:
Denn nicht nur Gold ist ein Rohstoff. Und nicht nur Rohstoffe sind Sachwerte, sondern die insbesondere Aktie ebenso. Selbst wenn es zu erheblicher Inflation, einer Währungsreform oder was auch immer käme, so bleibt z. B. das Unternehmen BMW doch BMW, Apple bleibt Apple, Samsung bleibt Samsung etc. Und wer Anteile (Aktien) an diesen Unternehmen hält – direkt oder über einen Fonds –, hat diese Anteile unabhängig von der geltenden Währung. Ebenso verhält es sich mit weiteren Sachwerten wie Immobilien, Schiffen usw.
Fazit
Es ist also insgesamt nicht weit her mit den Versprechungen, die momentan mit Gold verbunden werden, um verunsicherte Menschen zum Kauf des Edelmetalls zu bewegen. Im Gegenteil: kommt der aktuelle Exzess erst einmal zum Erliegen und lösen die Spekulanten ihre Positionen auf, kann es – besonders für jene, die endlich Sicherheit suchten – zu einem regelrechten Blutbad kommen.
Es ist demnach nicht ratsam, unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit oder Inflationsschutz einen erheblichen Teil des Vermögens in Gold (geschweige denn Silber) anzulegen.
Was ist die Alternative?
Es ist sicher wenig überraschend, von einem Finanzberater, der mit Investmentfonds arbeitet, nun zu lesen, Fonds seien eine Alternative. Doch nach meiner festen Überzeugung – und Erfahrung in den Krisenjahren 2008–2010 – sind Investmentfonds in der richtigen Zusammenstellung der Einzelstrategien tatsächlich ein überaus stabiles und attraktives Instrument zur Vermögensanlage. Jedes einzelne Anlagethema auf diesem Planeten, von Gold über Aktien bis zu Zinsanlagen, kann von Überraschungen und schweren Zeiten getroffen werden. Und die Geschichte hat immer wieder bewiesen: meistens zu einer Zeit oder in einer Form, die man vorher nicht erwartet hatte.
Darum ist Streuung, Streuung, Streuung (aber mit System) der alles entscheidende Schutzwall gegen Sturm in einzelnen Anlageklassen oder an den globalen Märkten. Und hier sind Investmentfonds vielfältig und zugleich flexibel wie sonst kaum ein Werkzeug. Hinzu kommt die Besonderheit des Sondervermögens, durch das die im Fonds gehaltenen Aktien und anderen Anlageobjekte dem Vermögen des Anlegers zugerechnet werden, was ihn vor einer Pleite der Fondsgesellschaft schützt.
Je nach Chance-Risiko-Ausrichtung des Portfolios ist dabei einer weitgehend ruhige, stetige Wertentwicklung bei erheblich reduziertem Wertschwankungsrisiko (Volatilität) möglich. Der letztlich wohl beste Schutz für ein Vermögen.
Dass ein solcher Ansatz auch praktisch funktioniert, zeigen zum Beispiel die Daten der investmentpartner®-Musterdepots im Vergleich zum Markt. (Mehr über die Strategie dahinter erfahren Sie hier.)
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen persönlich zur Verfügung!
|
|
|