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investmentpartner® Spezial:
Gold – eine sichere Anlage mit Schutz vor Inflation?


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„Was passiert mit Ihrem Ersparten in der Inflation...?”
„Heute kann und sollte jeder seine persönliche Zukunft mit Gold absichern.”
„Werden Sie niemals nervös - der Preis spielt keine Rolle.”

(Zitate aus dem Newsletter eines Goldverkäufers in diesen Tagen.)

 

 

Zum Zeitpunkt, da dieser Artikel verfasst wird, schießen beinahe wöchentlich neue Gold-Vertriebsstrukturen aus dem Boden und fluten das Land und die E-Mail-Postfächer mit der (nun endlich) ultimativen Wahrheit: Papiergeld ist nicht sicher, die Inflation kommt, rette sich, wer kann, in den sicheren Hafen Gold! Wertsteigerungen garantiert! Ist dem wirklich so?

 

Ob eine stärkere Inflationsentwicklung in Aussicht steht oder nicht, ist quer durch die Lager der Ökonomen umstritten. Doch völlig unabhängig davon ist zunächst einmal die Frage zu beantworten: Ist Gold überhaupt eine sichere Anlage? Bewahrt es seine Anleger vor jenen Turbulenzen, die sie zuletzt an in Aktien- oder Rentenanlagen erfahren mussten, und die wohl eine ganze Generation in Deutschland das eben noch sehr junge Vertrauen in „die Finanzmärkte“ haben verlieren lassen? Und schützt Gold eigentlich vor Inflation?

 

 

Vernunft und Unvernunft

 

Eines sei vorweg klargestellt: Auch die investmentpartner®-Musterdepots enthalten Rohstoffanteile. Anteile! Eine Beimischung von Rohstoffen oder Rohstoffunternehmen (und dies sollten ruhig nicht nur Edelmetalle oder nur ein Edelmetall sein, sondern auch seltene Erden, Öl, Holz, Vieh etc.) ist nach allen Erkenntnissen und Erfahrungen ein sinnvolles Element, um Depots insgesamt stabiler und attraktiver zu gestalten. Doch wir reden über Anteile von vielleicht 5–15 Prozent, je nach Geschmack und Ausrichtung des Anlegers.

 

Was jedoch aktuell in Deutschland passiert, ist eine Verkäuferbewegung, die Großteile der vorhandenen Vermögen in Gold umschichten lässt – kein Gedanke an Streuung oder die Risiken für die Anleger. Dies, und die teilweise Hysterie und lauten Argumente, mit denen das alles geschieht, erinnern verdächtig stark an den Neuen Markt.

 

 

Ist Gold eine sichere Anlage?

 

Wenn wir Berater von sicheren Anlagen sprechen, sollten wir kurz überlegen, was ein Anleger denn eigentlich vom Empfinden her darunter versteht. Mein Eindruck ist: mit einer sicheren Anlage wird etwas verbunden, das eine möglichst nachhaltige positive Rendite (idealerweise über dem Tagesgeldsatz), ohne oder mit nur geringen Wertschwankungen bedeutet und das insbesondere spürbare Verluste unbedingt dabei vermieden werden sollen.

Erfüllt Gold diese Anforderung?

 




Gold über die letzten 10 Jahre, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


Wer sich Gold in den letzten 10 Jahren anschaut, könnte den Eindruck gewinnen. Für einen heimischen Investor wurden vom 01.11.2000 bis zum 31.10.2010 aus 10.000 Euro immerhin 31.038 Euro, während Aktienanleger ein verlorenes Jahrzehnt erlebten. Das ist ein Plus von 210 Prozent oder sage und schreibe 11,99 Prozent p. a.!

 

Eine sichere Anlage mit 12 Prozent Rendite jährlich? Darf man manche Märchen also doch glauben?

 

 

Es gibt eine Anlage, die ähnlich toll gelaufen ist. Aus 10.000 Euro machte sie binnen 10 Jahren 37.517 Euro, ein Plus von 275 Prozent oder 14,1 Prozent jährlich. Allerdings war das bereits vom 01.11.1989 bis zum 31.10.1999, und das Wundermittel hieß Deutscher Aktienindex (DAX). Wer also 1999 nur auf die letzten Jahre blickte, musste den DAX genauso faszinierend finden wie derjenige, der heute Gold betrachtet und dabei nur die letzten Jahre zur Kenntnis nimmt.

 




Der Deutsche Aktienindex (DAX) von 1989 bis 1999.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass eine Rendite von 14,1 Prozent jährlich auch bedeutet, dass es andere Zeiten geben wird. Sehr andere Zeiten.

Gibt es bei Gold dafür Indizien? Die gibt es allerdings.

 

Leider reichen die mir verfügbaren Daten nur bis 1968 zurück, doch wer von dort aus dem Zeitstrahl folgt, erkennt ein verwandtes Muster. Gold hatte schon einmal einen vergleichbaren „Lauf“: vom 01.11.1968 bis zum 31.10.1980 stieg des Edelmetall (für einen deutschen Anleger in D-Mark) um berauschende 708 Prozent oder 19 Prozent per annum!

 




Gold von 1968 bis 1980, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


Zur Wahrheit gehört jedoch auch ein Zeitabschnitt, der dann folgte. Vom 01.11.1980  bis zum 31.10.1998 – 18 (in Worten: achtzehn!) Jahre lang – fiel Gold.  Und es fiel tief: Aus umgerechnet 10.000 Euro wurden 3.837 Euro. Ohne Inflation zu berücksichtigen. Das sind 62 Prozent Verlust.

 

Ich will gar nicht in den Exkurs einsteigen, ob und wie man dieses Verhalten erklärt und warum aus Sicht der Goldverkäufer jetzt natürlich alles ganz anders ist und eine andere Zeitrechnung herrscht – denn auch die Erklärungsmodelle beim Neuen Markt lauteten hinterher ganz anders als vorher. So verhalten die Erklärungsmuster sich immer, in jedem Rausch und nach jeder Krise. Doch eine neue Zeitrechnung gab es noch nie, und die Zukunft bleibt ungewiss und nicht berechenbar, wie Erfahrung und wissenschaftliche Arbeiten immer wieder zeigen.

 

Wichtig festzuhalten ist nur eines: Wer heute in Gold investiert, weil er Sicherheit sucht, sollte wissen, dass dieses Anlageobjekt (mal mit positivem, mal mit negativem Wechselkurseffekt) nun einmal auch so etwas kann. In 18 Jahren durchgehender Verluste mal eben 62 Prozent des Vermögens zu vaporisieren.

 




Gold von 1980 bis 1998, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


 

Das ganze Bild

 

Verhält sich Gold am Ende gar nicht so anders, als Aktienmärkte es tun, nur zu anderen Zeiten?

Betrachten wir doch einmal den gesamten Zeitrum und vergleichen Gold mit dem US-Aktienleitindex Dow Jones Industrial. Beide notieren originär in US-Dollar, der Währungseffekt ist also identisch. Man sieht deutlich, dass beide Kurven es nicht an Dynamik in beide Richtungen mangeln lassen – eine langweilige Anlage sieht anders aus. Und offenbar ist Gold ein Gegenspieler zu den Aktienmärkten.

 




Gold (gelb) und Dow Jones Industrial Average (rot) von 1968 bis 2010, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


„Aber am Ende ist Gold besser gelaufen“, mag nun die rasche Antwort lauten. Das stimmt nur bedingt. Denn was immer die beiden aus unterscheidet, in einem Punkt sind sich Gold und Dow Jones Industrial gleich: Sie enthalten keine Verzinsung.

 

Gold ist ein Edelmetall und hat einen Preis. Es liefert weder Zinsen noch Dividenden.

Aktien hingegen schütten Gewinnanteile aus, Dividenden. Diese sind quasi die Verzinsung des Aktienanlegers, die zum Kurs hinzukommt. Nur werden diese Dividenden im amerikanischen Leitindex nicht berücksichtigt (anders als z. B. im deutschen DAX).

 

Wie hätte sich also eine Aktienauswahl verhalten, die ein Investor getroffen hätte, wenn man die Dividenden hinzurechnet – und sogar noch die Kosten für eine laufende Vermögensverwaltung abzieht?

Aktienfonds sind Vermögensverwaltungen in Wertpapiergestalt. Sie treffen eine Aktienauswahl für Ihre Anleger, rechnen die erhaltenen Dividenden dem Fondsvermögen hinzu und erhalten dafür eine Management- und Verwaltungsvergütung. Also vergleichen wir doch zwei altgestandene Investmentfonds (einen US-amerikanischen und einen deutschen) mit dem edlen Metall.

 




Gold (gelb), der Aktienfonds DWS Investa (grün) und der Aktienfonds Templeton Growth USD (blau) von 1968 bis 2010, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


Ergebnis: Gold machte für einen D-Mark-/Euro-Anleger über Höhen und Tiefen in 42 Jahren am Ende aus 10.000 Euro stolze 122.482 Euro, ein Zuwachs von 1.124 Prozent oder 6,1 Prozent jährlich. Der deutsche Aktienfonds DWS Investa, der die am DAX orientiert, bescherte insgesamt 252.514 Euro oder 7,99 Prozent jährlich. Sein US-Konkurrent (mit weltweiter Ausrichtung), der Templeton Growth Fund erzielte schließlich 602.203 Euro und damit 10,2 Prozent per annum.

Das überrascht vielleicht auf den ersten Blick, ist aber durchaus logisch. Denn Gold ist, wie gesagt, ein „toter“ Rohstoff, ein Anlageobjekt ohne Verzinsung, während Aktienfonds in „lebendige“, aktiv tätige Wirtschaftsunternehmen investiert, deren Wachstum und Gewinne für ihre Anleger langfristig eine zusätzliche Risikoprämie bedeuten müssen.

 

 

Weit interessanter ist daher eine andere Frage:
War Gold dafür im Vergleich wenigstens sicherer? War die Anlage in Gold mit weniger Wertschwankung bzw. Risiko verbunden?

 

Hierfür gibt es eine sehr aufschlussreiche Analysegrafik in der Portfolioanalyse. Man vergleicht die durchschnittliche Rendite eines Investments (oder Depots) mit seiner durchschnittlichen Volatilität, einer Größe für Wertschwankung und damit Risiko. Je höher die durchschnittliche Rendite, umso weiter oben erscheint der Punkt, je mehr Risiko, umso weiter rechts. Die Grafik beantwortet damit sehr schnell die Frage, mit wieviel Risiko ein Anleger die durchschnittliche Rendite des einzelnen Investments „bezahlen“ musste.

Kurz gesagt also: je weiter oben links eine Anlage steht, umso besser – je weiter unten rechts, umso nachteiliger.

 




Risiko-Ertrag-Streuungsdiagramm: Gold (gelb), DWS Investa (grün), Templeton Growth USD (blau) von 1968 bis 2010, umgerechnet in EUR.
Chart: FINANZEN FundAnalyzer FVBS.


Und hier nun zeigt sich der eigentliche Haken an der Behauptung, Gold sei eine lukrative und sichere Anlage: Es gibt zumindest in den letzten 42 Jahren keinerlei Beweis dafür. (Und bezogen auf den persönlichen Anlagehorizont eines Menschen sind 42 Jahre eine ernst zu nehmende Zeitspanne.)

Im Gegenteil: Gold brachte für einen deutschen Investor zwar weniger Ertrag als ein Aktienfonds – das mag man evtl. mit steuerlichen Argumenten noch ein wenig abschwächen –, hatte aber dennoch das Risikoprofil einer Aktienanlage. (In Zahlen übrigens liegt die durchschnittliche Volatilität von Gold in dem Zeitraum bei 18,34 Prozent, für den DWS Investa bei 18,59 Prozent und für den Templeton Growth bei 17,11 Prozent.)

 

Zwischenfazit

 

Gold ist alles andere als eine sichere Anlage. Oder: Wer Gold als sicher und lukrativ bezeichnet, muss dies folgerichtig erst recht mit Aktien und Aktienfonds tun. Das steht so aber seltsamerweise in keiner Zeitung und wird von keinem Goldverkäufer erwähnt.

Gold ist also im Gegensatz zu mancher Schlagzeile kein Ersatz für ein strukturiertes Vermögensportfolio, sondern kann und sollte nur ein Teil davon sein. Es verhält sich im Zweifel wie jedes anderes Marktinstrument, nur sind seine Zyklen andere als beispielsweise die von Aktien.

 

 

Schützt Gold vor Inflation?

 

Nun gut, Gold ist also nicht so sicher, wie die Verkäufertruppen und Newsletter erzählen. Aber wenigstens schützt es doch vor Inflation, oder nicht?

 

Auch dies ist eher Legende als messbare Wahrheit. Eine Studie des Investmenthauses Vontobel (die Financial Times Deutschland berichtete am 18.10.2010) kommt zu dem Ergebnis: „Gold hat eher den Charakter einer Krisenwährung, bietet aber per se keinen Inflationsschutz” (Walter Metzler, Vontobel). In allen sechs Phasen des 20. Jahrhunderts, in denen die Inflation mehr als fünf Prozent betrug, sicherten Aktien das Vermögen am besten ab. Dahinter folgten Rohstoffe und Immobilien. Mit Gold hingegen verloren Anleger 3,2 Prozent pro Jahr, mit Staatsanleihen sogar mehr als vier Prozent; so die Resultate der Studie.

 

Auch eine Analyse im Marktbericht September 2010 des äußerst erfolgreichen Schweizer Investmentteams Ethna Capital Partners kann nach einer Untersuchung dieser Frage nur feststellen:

„Weitere Recherchen ergaben, dass Gold ein guter Inflationsschutz sei. Eine kurze Analyse des Zusammenhangs zwischen der Goldpreisentwicklung und der Entwicklung der US-Inflation bringt jedoch keine tiefere Einsicht über die Wahrhaftigkeit dieser Behauptung [...]. In dieser Analyse hat der Autor die Goldpreisentwicklung mit der allgemeinen Konsumentenpreisentwicklung in den USA seit Wegfall des Goldbesitzverbots verglichen. Abgesehen von den letzten 5 Jahren war die relative Goldpreisentwicklung schlechter als die allgemeine Preisentwicklung. Gold ist, entgegen anders lautenden Aussagen, also kein besonders guter Inflationsschutz.“

 

Denn nicht nur Gold ist ein Rohstoff. Und nicht nur Rohstoffe sind Sachwerte, sondern die insbesondere Aktie ebenso. Selbst wenn es zu erheblicher Inflation, einer Währungsreform oder was auch immer käme, so bleibt z. B. das Unternehmen BMW doch BMW, Apple bleibt Apple, Samsung bleibt Samsung etc. Und wer Anteile (Aktien) an diesen Unternehmen hält – direkt oder über einen Fonds –, hat diese Anteile unabhängig von der geltenden Währung. Ebenso verhält es sich mit weiteren Sachwerten wie Immobilien, Schiffen usw.

 

 

Fazit

 

Es ist also insgesamt nicht weit her mit den Versprechungen, die momentan mit Gold verbunden werden, um verunsicherte Menschen zum Kauf des Edelmetalls zu bewegen. Im Gegenteil: kommt der aktuelle Exzess erst einmal zum Erliegen und lösen die Spekulanten ihre Positionen auf, kann es – besonders für jene, die endlich Sicherheit suchten – zu einem regelrechten Blutbad kommen.

 

Es ist demnach nicht ratsam, unter dem Gesichtspunkt von Sicherheit oder Inflationsschutz einen erheblichen Teil des Vermögens in Gold (geschweige denn Silber) anzulegen.

 

 

Was ist die Alternative?

 

Es ist sicher wenig überraschend, von einem Finanzberater, der mit Investmentfonds arbeitet, nun zu lesen, Fonds seien eine Alternative. Doch nach meiner festen Überzeugung – und Erfahrung in den Krisenjahren 2008–2010 – sind Investmentfonds in der richtigen Zusammenstellung der Einzelstrategien tatsächlich ein überaus stabiles und attraktives Instrument zur Vermögensanlage. Jedes einzelne Anlagethema auf diesem Planeten, von Gold über Aktien bis zu Zinsanlagen, kann von Überraschungen und schweren Zeiten getroffen werden. Und die Geschichte hat immer wieder bewiesen: meistens zu einer Zeit oder in einer Form, die man vorher nicht erwartet hatte.

 

Darum ist Streuung, Streuung, Streuung (aber mit System) der alles entscheidende Schutzwall gegen Sturm in einzelnen Anlageklassen oder an den globalen Märkten. Und hier sind Investmentfonds vielfältig und zugleich flexibel wie sonst kaum ein Werkzeug. Hinzu kommt die Besonderheit des Sondervermögens, durch das die im Fonds gehaltenen Aktien und anderen Anlageobjekte dem Vermögen des Anlegers zugerechnet werden, was ihn vor einer Pleite der Fondsgesellschaft schützt.

 

Je nach Chance-Risiko-Ausrichtung des Portfolios ist dabei einer weitgehend ruhige, stetige Wertentwicklung bei erheblich reduziertem Wertschwankungsrisiko (Volatilität) möglich. Der letztlich wohl beste Schutz für ein Vermögen.

 

Dass ein solcher Ansatz auch praktisch funktioniert, zeigen zum Beispiel die Daten der investmentpartner®-Musterdepots im Vergleich zum Markt. (Mehr über die Strategie dahinter erfahren Sie hier.)

 

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Gerne stehe ich Ihnen für weitere Fragen persönlich zur Verfügung!

 

 

 



 
Letzte Änderung: 13.11.2010

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