Massive regionale Unterschiede bei der Kaufkraft der Rente

(verpd) 1.000 Euro haben für Rentner in der Stadt München mit nur 760 Euro die bundesweit niedrigste reale Kaufkraft. Am höchsten liegt diese im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg mit 1.158 Euro. Im Süden ist es eher kostenintensiv, im Norden und Osten vergleichsweise kostenintensiv. Dies zeigt eine Untersuchung im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Teuerster Altersruhesitz in Deutschland ist die bayerische Landeshauptstadt München. Hier besitzen 1.000 Euro für Rentner nur eine reale Kaufkraft von 763 Euro. Dahinter folgen die ebenfalls bayerischen Landkreise München (826 Euro) und Starnberg (828 Euro). Dies teilte die Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jüngst mit. Datengrundlage ist eine beim Wirtschaftsforschungs-Institut Prognos AG in Auftrag gegebene Untersuchung.

Dazu hat das Institut die Lebenshaltungskosten der Rentner in allen 401 deutschen Landkreisen, (Stadt-)Kreisen und kreisfreien Städten verglichen. Hierzu wurde die Gewichtung des allgemeinen Warenkorbs des Statistischen Bundesamtes (Destatis) an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen angepasst. In diesem Korb haben Kosten für Bildung ein geringeres Gewicht. Gesundheitsausgaben und Mieten spielen hingegen eine größere Rolle, wird erläutert.

Die „teuersten“ Altersruhesitze

In der Rangliste der zehn teuersten Regionen finden sich mit Miesbach, Dachau, Ebersberg und Fürstenfeldbruck vier weitere bayerische Landkreise.

Dazu kommen noch die hessische Großstadt Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) sowie die Freie und Hansestadt Hamburg. Hier liegt die reale Kaufkraft zwischen knapp 839 und etwa 869 Euro.

Weiter wurde mitgeteilt, dass der wirtschaftsstarke Süden der Republik generell eher kostenintensiv ist. So verteilten sich gleich 40 der 50 teuersten Regionen auf Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Wo es sich im Alter am günstigsten lebt

Erheblich günstiger stellt sich die Situation den Angaben zufolge in Ost- und Norddeutschland dar. So ist im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis die reale Kaufkraft von 1.000 Euro Rente mit 1.158 Euro am höchsten. An zweiter Stelle liegt der niedersächsische Kreis Holzminden (1.156 Euro).

Dahinter folgen der sächsische Vogtlandkreis und der Thüringer Kyffhäuserkreis mit 1.149 beziehungsweise 1.148 Euro. Danach kommen der niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie der Kreis Greiz in Thüringen mit 1.145 Euro beziehungsweise 1.140 Euro Kaufkraft pro 1.000 Euro Rente.

Zu den günstigen Altersruhesitzen gehören ferner drei Regionen in Sachsen-Anhalt, nämlich Salzlandkreis, Wittenberg und Mansfeld-Südharz, der niedersächsische Landkreis Goslar, der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz sowie der bayerische Landkreis Freyung-Grafenau. In diesen Regionen liegt die Kaufkraft je 1.000 Euro zwischen 1.135 Euro und 1.139 Euro.

Wo Einbußen beim Lebensstandard drohen

Studienautor Heiko Burret betont: „Der Wohnort hat großen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten und damit den Wohlstand im Alter.“ Da die Löhne und somit auch die Renten in teureren Regionen tendenziell höher seien als in günstigeren Gegenden, seien die teureren Landstriche jedoch nicht zwangsläufig unattraktiver. Laut Burret drohen überall dort Einbußen beim Lebensstandard, wo die Alterseinkünfte im Verhältnis zum regionalen Preisniveau sehr niedrig ausfallen.

Lebt man in einer Region, bei der die Rente zum Beispiel aufgrund der hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten eine geringere Kaufkraft hat, wird es schwierig, seinen bisherigen Lebensstandard alleine mit der gesetzlichen Rente halten zu können. Denn die durchschnittlich ausbezahlte Rentenhöhe bei der gesetzlichen Altersrente lag nach Abzug der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung jedoch ohne Steuerabzug Mitte letzten Jahres gerade einmal bei knapp 1.187 Euro bei den Männern und 764 Euro bei den Frauen je Monat.

Viele hatten eine noch niedrigere Rente, denn grundsätzlich hängt die Höhe der gesetzlichen Altersrente vom bisherigen sozialversicherungs-pflichtigen Einkommen sowie der individuellen Erwerbsbiografie ab. Dies zeigt, dass sich ohne eine zusätzliche Altersvorsorge wohl niemand im Rentenparadies wiederfinden wird, egal wo man hierzulande wohnt. Daher sollten Erwerbstätige schon frühzeitig eine entsprechende Zusatzabsicherung beispielsweise in Form einer privaten, zum Teil auch staatlich geförderten Altersvorsorge treffen.


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