Wo Häuser am meisten kosten

(verpd) Die Preise für die eigenen vier Wände lagen auch im ersten Halbjahr 2020 in vielen Regionen über einer halben Millionen Euro. Schnäppchen bieten das Ruhrgebiet, das Saarland und Ostdeutschland. In den deutschen Großstädten treiben knappe Angebote und eine hohe Nachfrage die Kosten weiter in die Höhe, wie eine Auswertung eines Immobilien-Webportals belegt.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Immobilienpreise in Deutschland scheinen bisher nur gering. Wie eine Auswertung des Immobilien-Webportals Immowelt.de, einer Marke der Immowelt AG, zeigt, bleiben die Preise für Häuser in 58 deutschen Städten auf einem hohen Niveau. Dies betrifft nicht nur die Metropolen, sondern auch die Offerten in kleineren Städten wie Erlangen, Mainz oder Wiesbaden. Bezahlbar sind die eigenen vier Wände dagegen in Saarbrücken, Bremerhaven oder Gelsenkirchen.

Datenbasis für die Auswertung der Kaufpreise waren auf dem Immobilienportal inserierte Häuser. Dabei berücksichtigte der Portalbetreiber nach eigenen Angaben ausschließlich Angebote, die vermehrt nachgefragt wurden. Die aufgeführten Preise geben den Median (den mittleren Wert der Angebotspreise) der in den Monaten Januar bis Juni 2020 angebotenen Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenendhäuser wieder. Die erfassten Immobilien haben bis 200 Quadratmeter Wohnfläche und 100 bis 800 Quadratmeter Grundstücksfläche.

Hohe Grundstückpreise treiben die Hauspreise

Angebot und Nachfrage treiben bereits seit Jahren die Preise für Betongold in die Höhe. „Die hohen Grundstückspreise und die Knappheit an Bauland haben dazu geführt, dass sich nur noch Besserverdiener ein Haus innerhalb der Stadtgrenzen leisten können“, so Professor Dr. Cai-Nicolas Ziegler, Vorstand der Immowelt AG, zur Situation am Immobilienmarkt.

Für Normalverdiener gebe es laut Ziegler nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie kaufen sich eine Eigentumswohnung, was in vielen Metropolen auch bereits mit einer hohen finanziellen Belastung verbunden ist, oder sie ziehen aufs Land.“

Allerdings steigen die Kaufpreise selbst für gebrauchte Eigentumswohnungen in 90 Prozent der Landkreise und Städte, wie eine Datenauswertung mit der Bezeichnung „Wohnatlas 2020“ der Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG belegt. Das Geldinstitut begründet seine Aussage mit niedrigen Zinsen, hoher Nachfrage und knappen Optionen für Käufer.

München, Stuttgart und Frankfurt sind am teuersten

Führend im Preisranking für Häuser bis 200 Quadratmeter Wohnfläche ist laut Auswertung des genannten Immobilienportals München mit Durchschnittspreisen von knapp 1,3 Millionen Euro. Es folgen Stuttgart (772.000 Euro) und Frankfurt am Main (747.000 Euro).

In Hamburg und Berlin profitieren Käufer laut dem Portal von einem größeren Angebot, denn hier sind die Kosten für die eigenen vier Wände günstiger: In der Hansestadt kostet ein Haus 591.000 Euro, in der Hauptstadt 530.000 Euro.

Zum Vergleich: Ein anderes Immobilenportal, nämlich Immoscout24.de, eine Marke der Immobilien Scout GmbH, analysierte Anfang des Jahres die Kaufpreise für Neubauten in deutschen Großstädten. Demnach waren Neubauten in Stuttgart mit 1,1 Millionen Euro und in München mit rund 1,5 Millionen Euro am teuersten. Den größten Preisanstieg berechnete dieses Immobilienportal aber für Leipzig.

Die zehn teuersten deutschen Städte für den Hauskauf *
Stadt Kaufpreis Häuser im 1. Halbjahr 2020 in Euro
Augsburg 663.000
Erlangen 690.000
Frankfurt am Main 747.000
Fürth 609.000
Ingolstadt 681.000
Mainz 615.000
München 1.262.000
Regensburg 614.000
Stuttgart 772.000
Wiesbaden 650.000
* alphabetisch sortiert. Datenquelle: Immowelt.de

Moderate Preise im Ruhrgebiet, Saarland und im Osten

Allerdings sind Haus und Grund nicht nur in den deutschen Großstädten teuer bis unerschwinglich für Normalverdiener. Auch die Immobilienpreise rund um die Großstädte sowie in kleineren Städten legen zu. So berechnete Immowelt.de für Erlangen mit 690.000 Euro den vierthöchsten Kaufpreis aller von dem Portal untersuchten Städte.

Ebenfalls keine Schnäppchen-Häuser dürften Interessenten in Ingolstadt, Wiesbaden oder Mainz finden. Auch die Landkreise im Umland von München wie Starnberg oder Miesbach sind teuer: Käufer zahlen hier im Schnitt pro Quadratmeter 6.127,15 Euro für den Erwerb von Bestandsbauten, so der „Wohnatlas 2020“ der Postbank.

Die Analyse des zuletzt genannten Immobilienportals zeigt aber auch, dass es nach wie vor deutsche Städte mit moderaten Hauspreisen gibt. In Saarbrücken bewegt sich der mittlere Angebotspreis bei 199.000 Euro, Bremerhaven ist mit 212.000 Euro nur leicht teurer. Die Ruhrgebietsstädte Hamm und Gelsenkirchen befinden sich genauso unter der 300.000-Euro-Marke wie die ostdeutschen Städte Magdeburg und Halle.

Folgen der Coronakrise noch unklar

Zu den konkreten Auswirkungen von Covid-19 auf den Immobilienmarkt in Deutschland liegen bisher kaum Einschätzungen vor.

Einen Vorausblick wagte jedoch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) in einem Gutachten: „Preiseffekte im Wohnungsmarkt aufgrund der Covid-19 Pandemie“. Das Institut prognostiziert kaum Wertverluste für Besitzer von Betongold. Auch die Mieten sollen laut IW 2020 stabil bleiben.

Wer sich für Wohneigentum interessiert, sollte wissen, dass eine Immobilienfinanzierung auch über eine Lebensversicherung erfolgen kann. Neben niedrigen Darlehenszinsen sind hier auch Laufzeiten von bis zu 30 Jahren möglich, was die Kostenbelastung für lange Zeit auf einem niedrigen Niveau hält.


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